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 | Neue Presse, 6. Oktober 2009 |
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Warum Cricket bei Tom groß einschlägt
Hockey-Talent findets "klasse"
VON IRIS MEHLER HANNOVER. Fürs erste Mal war das mehr als ordentlich, man könnte auch ohne Übertreibung sagen: allererste Sahne! Respekt, schließlich war der Gang aufs Cricketfeld für Tom Grundmann Premiere. Seine Neugierde brachte dem Zwölfjährigen eine Einzel-Schnupperstunde ein: Er nahm den Cricketschläger in die Hand und traf die zugeworfenen Bälle fast nach Belieben. Vielleicht lag es ja daran, dass Tom von Hause aus talentierter Hockeyspieler ist. Ballgefühl ist eben Ballgefühl, einmal ein Händchen, immer ein Händchen. Hinterher stand fest: Der Großburgwedeler war begeistert. „Das war klasse, Cricket wäre, glaube ich, auch ein Sport für mich“, schwärmte Tom. Ob er demnächst einsteigen möchte? „Kann sein, vielleicht probiere ich es einfach mal intensiver aus.“ Er sitzt quasi an der Quelle: Der Hockey-Club Hannover, bei dem Tom mit den AKnaben seinem Hauptsport nachgeht, hat Cricket vor kurzem in sein Programm aufgenommen. Knapp 20 Spieler gehen der englischen Sportart derzeit nach, für die kommende Saison sind Ligaspiele geplant. Kinder und Jugendliche sind nicht dabei – noch nicht. „Das ist aber unser Ziel, im März wollen wir auch ein junges Team aufbauen“, sagt Christine Wohlers. Die Hockey-Obfrau koordiniert die Cricket-Neugründung im HCH und ist überzeugt, dass die Neugierde beim Nachwuchs groß sein wird. „Viele Jungen und Mädchen vom Hockey zeigen schon jetzt echtes Interesse“, so die 39-Jährige. Aber auch Nichtmitglieder seien herzlich willkommen. Tom hat den Vorteil, dass er schon in etwa weiß, wie der Sport funktioniert. Vor allem die Rolle des Batsman, also die des Schlagmannes, hat es ihm angetan. Nach drei, vier anfänglichen Fehlversuchen zwiebelte er jeden Ball übers Feld, „das funktioniert fast so wie beim Hockey, schön einfach“. Nicht ganz so erfolgreich zeigte er sich als Bowler, also Werfer. „Oh Mann, ich krieg das einfach nicht hin“, so der Zwölfjährige nach etlichen Versuchen. Die etwas komplizierte Technik – man muss mit gestrecktem Arm werfen – findet er „total unnatürlich“. Sollte Tom neben Hockey demnächst auch Cricket häufiger im HCH spielen, hätte er kompetente Anleitung: U-23-Nationalspieler Dennis Rietz wird das Training, das bei gutem Wetter auch im Winter stattfinden soll, leiten. „Der Sport ist ideal für junge Leute, Mädchen wie Jungen können ihn betreiben.“ Der 21-Jährige schätzt vor allem das Fairplay, „Cricket ist ein Gentleman-Sport, Beschimpfungen gibt es bei uns nicht“. Außerdem treffe man auf unterschiedlichste Kulturen, „Cricket spielen ja zum Beispiel Inder und Pakistani“. Und was muss man für den Sport mitbringen? Fitness und Technik, so Rietz, werden beim Spiel schnell erlernt, aber eine Portion Geduld sei vonnöten: „Manchmal gibt es Phasen im Spiel, in denen man eine Zeitlang ohne Aufgaben dasteht.“ Dennoch sei Cricket ungemein spannend. Tom kann das nur bestätigen, vor allem die Rolle des Batsman hat es ihm ja angetan.
Ist Cricket kompliziert?
Ziemlich, zumindest, was das Regelwerk angeht. „Am besten erklärt man es während eines Spiels, sonst ist es schwierig zu verstehen“, sagt U-23-Nationalspieler Dennis Rietz. Wir versuchen es trotzdem: Es gibt zwei Mannschaften mit je elf Spielern, die wie beim Baseball „Runs“, also Punkte durch das Ablaufen bestimmter Wege sammeln. Im Mittelpunkt des englischen Sports steht das Duell des Batsman (Schlagmanns) und Bowlers (Werfers): Der Bowler verfolgt das Ziel, durch einen guten Wurf den Batsman zum Fehler und damit zum Ausscheiden zu bewegen, der Batsman seinerseits versucht, den Ball mit seinem Schläger wegzuschlagen. Hat er das geschafft, läuft er eine 20 Meter lange Strecke möglichst oft hin und her und sammelt dadurch Punkte – so lange, bis das gegnerische Team den Ball eingefangen und an die Wickets geworfen hat. Diese drei Stangen stehen an beiden Enden der 20 Meter langen Laufstrecke. Jeweils eine Zeitlang ist ein Team dasjenige, das die Runs erzielt, während das andere versucht, dies zu verhindern; anschließend wird gewechselt. Eine Partie kann viele Stunden dauern. In Deutschland gibt es rund 60 Vereine, die an Ligaspielen teilnehmen, in mehreren Regionalliga-Staffeln messen sie sich in den Sommermonaten. In Hannover ist der HCH einziger Cricketklub, der an Punktspielen teilnehmen wird. iri
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Neue Presse, 23. März 2010 Hallo Sonntag, 28. Juni 2009
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