Hallo Sonntag, 28. Juni 2009

Cricket will raus aus dem Schattendasein

Die etwas andere und besondere Sportart

HANNOVER (bo). "Die spinnen, die Briten", sagte bereits Comic-Held Obelix beim Ausflug auf die eigentümliche Insel. Und manch ein Leser dürfte ähnliche Gedanken hegen, wenn er von "Silly Mid-On", "Cover Point" oder "Leg Gully" hört. Was ist das denn? Die Rede ist von Feldpositionen beim Cricket.
Lockt der Sport unter anderem in England, Australien, Indien, Pakistan, Südafrika und der Karibik bei Spielen zehntausende Zuschauer an, fristet er auf dem europäischen Festland und speziell in Deutschland ein Schattendasein. Wenig förderlich scheint dabei für viele die Erkenntnis zu sein, dass ein Spiel durchaus fünf Tage dauern und es am Ende trotzdem nur in einem Remis enden kann. Dabei sind diese sogenannten "Tests" durchaus packend. Vom Aktiven werden vielseitige Tugenden gefordert - Präzision, Ausdauer und Geduld. Und spannend für den Zuschauer ist es ohnehin, die taktischen Feinheiten des jeweils auf dem Feld stehenden Captains, also des Mannschaftskapitäns, zu verfolgen.
Aber was ist Cricket eigentlich? Zwei Mannschaften, bestehend aus jeweils elf Spielern, treten dabei gegeneinander an. Einer wirft einen Ball (Bowler), die jeweils zwei Schlagmänner (Batsmen) des anderen Teams versuchen, ihre zwei Wickets in der Mitte des Platzes (drei senkrechte und zwei kleine aufliegende Hölzer) mit einem breiten Holzschläger zu verteidigen und dabei Runs zu erzielen – dabei müssen beide Schlagmänner zwischen den Wickets hin und her laufen, wodurch sie Punkte (Runs) erzielen. Die Feldspieler müssen den geschlagenen Ball schnellstmöglich wieder zur Mitte werfen. Vereinfacht gesagt (es gibt immerhin elf Möglichkeiten "aus" zu sein): Trifft der Werfer das Wicket mit dem Ball, ist der Schlagmann "aus" (out) und der nächste kommt an die Reihe – bis zehn "aus" sind. Danach folgt die andere Mannschaft mit den Schlagmännern in die Mitte des Feldes.
Ganz einfach, oder? Oldenburg, Frankfurt, Hamburg und Berlin sind aktuell die besten Teams Deutschlands. Zukünftig soll auch in Hannover eine Mannschaft aufgebaut werden. Dazu können sich Interessierte – männlich und weiblich ab 16 Jahren – auch ohne Vorwissen bei Mark Bode per E-Mail (cricket.hannover@web.de) melden.

Neue Presse, 6. Oktober 2009
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